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Mutters

Agenda

ersten Band

7. April 1960

(Brief von Satprem an Mutter)

Hyderabad, 7. April 1960

Liebe Mutter,

Einige Zeilen, um Dir zu sagen, daß ich mich nach Dir sehne. Mehr und mehr erkenne ich, daß ich im Grunde nie glücklich sein werde, bis ich nicht ganz in Dir verschwunden bin. Das ist es, es darf nur noch Das geben. Ich verstehe es wohl, aber ich bin so versperrt, so dickfellig. Jedenfalls "denke" ich viel an Dich und lebe wirklich nur durch dieses Etwas, das mich tief in mich hinein zieht. Hätte ich das nicht, wäre alles so absurd.

Mein Platz nach Rameswaram ist für den 13. am Abend reserviert, so werde ich voraussichtlich am 15. dort ankommen.

Ich habe mir Arbeit mitgebracht (die Überarbeitung vom Cycle Humain) und das hilft mir zu leben. Ich erkenne noch nicht so recht den Sinn dieser Reise. Kurz vor meiner Abfahrt kündete der Verleger in Paris mir an, daß "mein" Buch im September erscheinen wird.

In manchen Augenblicken habe ich den Eindruck, alles ist mir sehr nah – könntest Du mir nicht helfen, besser Deiner Gegenwart bewußt zu sein (nicht als unpersönliche Kraft, sondern als Du)? Ich liebe Dich, Mutter, Du bist wirklich meine Mutter und ich brauche Dich so.

Mit meiner ganzen Liebe bin ich zu Deinen Füßen.

Satprem

 

(Mutters Antwort)

12.4.60

Mein liebes Kind,

Dein guter Brief vom 7. ist angekommen.

Die innere Verschmelzung, von der Du als anzustrebende Wahrheit sprichst, ist bereits eine vollendete Tatsache, deutlich erkennbar für mich. Seit langer Zeit fühle ich Dich als einen unerläßlichen Bestandteil meines Wesens; und mir scheint, daß einzig die Wirbel an der Oberfläche Dich daran hindern, dies ebenfalls zu fühlen und zu leben.

Doch ich bin überzeugt, das wird kommen. In der Zwischenzeit versuche ich, Dich meine Gegenwart nicht als "unpersönliche Kraft", sondern als wirkliche und konkrete Gegenwart fühlen zu lassen, und ich bin froh, teilweise Erfolg gehabt zu haben...

Laß mich von Dir hören, ich freue mich darüber.

Ich bin mit Dir in der Liebe und der Freude.

Mutter

Für den Orpailleur ist es gut. Mein Eindruck bleibt, daß alles gut gehen wird.

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