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Mutters

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zehnten Band

1. Oktober 1969

Hat dir F schon erzählt, was ihr der Heiler sagte?... Sie trafen sich gestern oder vorgestern, und er "beichtete" ihr. Er sagte, er sei mit der Hoffnung nach Indien gekommen, einen Ort zu finden, wo er für einige Wochen oder sogar Monate Ruhe finden könnte, denn er habe die Heilung für alles gefunden, außer für einen Leistenbruch, den er hat. Er wolle nun die Heilung für seinen Leistenbruch finden, indem er sich ruhig halte. Da sagte ihm F: "Hier können Sie Ruhe finden." Er antwortete: "Ach, wenn man mich darum bittet, kann ich niemanden abweisen, der geheilt werden möchte." Vielleicht ist es also besser, damit aufzuhören, ihm Leute zu schicken... aber er müßte in ein anderes Haus umziehen und irgendwo allein sein. Man müßte ihn fragen, ob er zustimmt.

Das kam folgendermaßen zustande: Neulich hatte der Mann, der mit F die Küche in "Tout ce qu'il faut" führt, ein sehr hohes Fieber und lag ganz darnieder. Sie sagte: "Ich werde A.R. holen." Sie brachte ihn, und in fünf Minuten hatte er den Koch geheilt. Bei dieser Gelegenheit erzählte er ihr all dies. Besprich die Sache also mit ihm! Wenn man ihm niemanden schickt, wird niemand hingehen, und wenn er meint, dieser Ort hier sei nützlich für seine Suche, kann man ihm leicht eine Ecke finden, wo er in Ruhe gelassen wird.

Und dir geht es gut? Hast du geschlafen?

Ja... Aber die Auswirkungen der Anwesenheit dieses Heilers, die Beschleunigung, die du in deinem Körper fühltest, die Übelkeit und all das, ist das wieder in Ordnung gekommen oder...?

Ja (lachend), ich bin damit fertig geworden.

Als F mir diese "Beichte" überbrachte, kam etwas. Ich konzentrierte mich, dann ließ ich ihm durch F sagen, daß ich alles Nötige unternommen habe [um ihn zu heilen], er brauche sich nur auszuruhen. Aber das kann einige Tage warten, ich möchte gern, daß er noch zwei Personen sieht... An seiner Stelle bliebe ich hier. Denn er ist BEMERKENSWERT aufnahmefähig für die Kraft; wenn er hier bleibt, kann er geheilt werden – ich sah gestern, daß er sehr leicht geheilt werden könnte. Ich tat das Nötige, jetzt liegt es an ihm, es aufzunehmen – ich brauche ihn dazu nicht zu sehen.

Und dir geht es gut?

Ja, ja.

R hatte Schwierigkeiten, nachdem er ihn getroffen hatte, und M hatte Schwierigkeiten... Ich glaube, all das ist wieder in Ordnung gekommen.

Schwierigkeiten? Physische Folgeerscheinungen?

Ja.

Ich habe den Kontakt mit ihm immer als sehr wohltuend empfunden.

Das hängt davon ab,... was einem nottut.

Aber das spielt keine Rolle. Mir bescherte es viel Arbeit, denn ich hatte die Transformation des Körpers auf die Anforderungen der Arbeit abgestimmt, und es war mir gelungen, eine Harmonie zu finden, so daß ich mich NIEMALS müde fühlte. Mit ihm fühlte ich beide Male, wo ich ihn sah, nachher mehrere Stunden lang eine Erschöpfung, wie ich sie seit Jahren nicht mehr gekannt hatte. Ich mußte viel arbeiten. Jetzt geht es.

Aber ich sage dir: Fälle wie diesen Mann, der an Fieber litt, heilt er in zehn Minuten. Und das erstaunt mich nicht.

Dieser Mann berührt mich.

Ja, er geht einem ans Herz.

Es ist gut, daß er sagte, er sei fast mit der Gewißheit nach Indien gekommen, hier einen ruhigen Platz zu finden, wo er sich konzentrieren könne, bis er das Mittel fände, seinen Leistenbruch zu heilen, und er sagt: "Dies ist das Letzte; alles übrige wurde geheilt, aber dies bleibt noch zu tun."

Das ist aber sekundär – der eigentliche Zweck seiner Reise nach Indien waren die Fragen, die er dir neulich stellte.

Ja... Ich glaube, er kann schnell geheilt werden. Ich weiß nicht, in welchem Zustand sein Leistenbruch ist, das kommt darauf an (manche sind schwerwiegend), aber wenn es ein gewöhnlicher Leistenbruch ist, kann er schnell verheilen. 1

*
*   *

(Dann hört sich Mutter die Lektüre des Entretiens vom 26. August 1953 über die Liebe an)

Sujata möchte dich etwas fragen.

(Sujata:) Mutter, diese Kraft der Liebe, die kommt – sie kommt manchmal, man fühlt, daß man wirklich liebt –, warum kann man sie nicht ständig bewahren?

Man sollte sie aber ständig bewahren können.

(Sujata:) Ich glaube auch, aber es gelingt einem nicht.

Mein Kind... sie ist ständig hier. Ständig, was auch immer der Körper tut – ob er Leute sieht oder sich um sich selbst kümmert oder schläft – sie ist immer, immer da, bewußt, vibrierend. Ich sage zwar: "Es ist möglich", es ist aber eine Tatsache. Man muß jedoch... meistens scheitert es daran, daß das physische Bewußtsein bei den meisten Leuten sehr obskur ist; es besteht nur aus Begierden, Bedürfnissen, den materiellsten Reaktionen. Stattdessen muß man die Liebe zum Göttlichen in den Zellen erwecken, und wenn sie einmal das Göttliche lieben, ist es ständig so: es rührt sich nicht mehr. Ja, es ist sogar SEHR VIEL beständiger als jede vitale oder mentale Bewegung: es ist so (Mutter schließt ihre beiden Fäuste), das rührt sich nicht. Die Zellen befinden sich ständig in einem Zustand der Liebe zum Göttlichen.

Das wirklich Bemerkenswerte am Physischen ist, daß es nie vergißt, was es einmal gelernt hat. Wenn die Zellen diese Selbsthingabe, diese Opfergabe an das Göttliche und dieses BEDÜRFNIS, sich hinzugeben, einmal gelernt haben, dann bleibt es, es RÜHRT SICH NICHT MEHR. Es ist beständig, vierundzwanzig Stunden am Tag ohne Unterbruch, Tag für Tag. Es gibt keine Schwankungen, und selbst wenn etwas nicht gut geht (man spürt einen Schmerz oder irgend etwas passiert), so ist die erste Bewegung: es darbringen, es hingeben – spontan. Das höhere Bewußtsein greift nicht ein, dies geschieht völlig spontan: es geschieht im Bewußtsein, das in den Zellen ist.

Das Vital und das Mental sind unstet (Zickzackbewegung). Besonders das Vital verfolgt stets allerlei Eigeninteressen.

Natürlich besteht eine Wechselbeziehung zwischen den beiden: das Ego muß abgeschafft werden – die VORHERRSCHAFT des Egos muß abgeschafft werden. Gewöhnlich glauben die Leute, es sei nicht möglich, das physische Ego auszulöschen. Es ist nicht nur möglich, sondern es wurde GETAN, und der Körper fährt fort, er funktioniert weiterhin – er ist nicht weggegangen (er hat einen etwas schwierigen Moment durchgemacht... aber nur einen kleinen Augenblick).

Jetzt fragen sich die Zellen, wie man ohne diese Bewegung der Anbetung überhaupt weiterbestehen kann. Sie sind so, überall (Geste einer intensiven Anbetung), überall. Das ist sehr interessant.

All diese Schwierigkeiten, die man mit der inneren Entwicklung hat, wenn man sich mit dem Vital und dem Mental beschäftigt – das Wiederkehren von alten Dingen und all das –, gibt es hier (im Körper) nicht. Da ist es nicht so.

 

1 Satprem befragte daraufhin den Heiler, der ihm folgendes antwortete: "Ich bin nicht nach Indien gekommen, um mich zu heilen, sondern um mich der Kraft zur Verfügung zu stellen und um zu lernen. Ich fühle keine Eingebung, mit dem Heilen der Leute aufzuhören, um meine eigene Heilung zu verfolgen. Ich will dies nicht willkürlich und verstandesmäßig entscheiden. Übrigens "entscheide" ich niemals etwas: ich tue, was von mir verlangt wird. Wenn Mutter mich bittet, aufzuhören, um mich selbst zu heilen, werde ich aufhören." Er erklärte weiters, er habe den Leistenbruch, den er an der linken Seite hatte, bereits geheilt; es bleibe noch jener auf der rechten Seite, den er absichtlich habe wachsen lassen, um die Erfahrung zu machen. Er war inzwischen faustgroß (die Faust eines Bauern). Dies sei die letzte zu nehmende "Hürde", sagt er, "danach sei nichts mehr unmöglich".

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